VITAMIN D

Vitamin D, oft auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet, ist der Begriff für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, den Calciferolen.

Dabei ist die Bezeichnung „Vitamin“ nicht korrekt. Es besitzt nämlich nicht die typischen Struktureigenschaften wie andere Vitamine und ist auch kein essentieller Nahrungsbestandteil, da die Vitamin-D-Produktion durch Sonneneinstrahlung erfolgt. Stattdessen handelt es sich bei Vitamin D um eine Hormonvorstufe. Nahrungsergänzungsmittel enthalten Vitamin D3, Calcifediol stellt die Speicherform von Vitamin D dar, die bei der Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels als Marker verwendet wird. Vitamin D hat viele wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Am bekanntesten ist die Beteiligung am Knochenstoffwechsel. Dabei fördert Vitamin D die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und deren Einbau in die Knochen. Weiterhin unterstützt Vitamin D die Muskeln und das Immunsystem. 

vitamin D ist wichtig

Im Gegensatz zu anderen Vitaminen spielt die Aufnahme über die Nahrung keine Rolle, da Vitamin D nur in geringen Mengen in beispielsweise Eiern und Pilzen vorkommt, was nicht genügt, um den täglichen Bedarf zu decken.  Die Vitamin-D-Produktion findet durch UV-B-Strahlung des Sonnenlichts statt. Allerdings ist die Sonneneinstrahlung in Deutschland nur in den Monaten April bis September intensiv genug. Je nach Monat, Tageszeit und Hauttyp reicht ein Aufenthalt in der Sonne von fünf bis 25 Minuten ohne Lichtschutzfaktor aus. Wichtig hierbei ist, dass ca. ein Viertel der Körperoberfläche wie Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen mit der Sonne in Berührung kommen. Die Verwendung einer Sonnencreme und Kleidung schränken die Vitamin-D-Synthese ein. Bei ausreichender Produktion kann der Körper Vitamin D aus den Sommermonaten speichern, sodass der Körper auch im Winter mit Vitamin D versorgt wird. Ein Aufenthalt in sonnendurchfluteten Räumen trägt jedoch nicht zur Synthese bei, da die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts nicht durch die Fensterscheiben gelangen können. Da die Fähigkeit zur Vitamin-D-Produktion im Alter stark nachlässt und die Exposition von Sonnenlicht oft nicht ausreicht, hat fast jeder zweite Deutsche eine Vitamin-D-Unterversorgung. Liegt ein Vitamin-D-Mangel vor, droht bei Säuglingen und Kindern eine Rachitis, bei Erwachsenen eine Knochenerweichung und bei älteren Menschen die Osteoporose. Bei einer Rachitis werden die Knochen nicht genug mineralisiert, sodass diese weich bleiben und sich verformen. Beim Krankheitsbild der Osteoporose spricht man von einem verstärkten Knochenabbau. Auch eine Osteomalazie kann drohen, wobei es sich um eine Entkalkung der Skelettknochen handelt. Besonders bei älteren Menschen steigt das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Ein Vitamin-D-Mangel kann auch das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Bronchitis/Asthma und Krebserkrankungen erhöhen.
Um herauszufinden, ob ein Mangel vorliegt, wird der Spiegel von Calcifediol, der Speicherform von Vitamin D gemessen. Anhand einer Klassifizierung wird bestimmt, wie gut die Versorgung mit Vitamin D ist. Bei Werten oberhalb von 30ng/ml liegt eine gute Versorgung vor. Unterhalb von 30ng/ml besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko und eine Supplementierung von Vitamin D ist empfehlenswert. Befindet sich der Vitamin-D-Spiegel unterhalb von 20ng/ml ist die Verabreichung von Vitamin D dringend erforderlich und Folgeerkrankungen sind möglich. Je nach Vitamin-D-Spiegel ist eine andere Dosierung von Vitamin D notwendig, welche sich anhand des Spiegels und des Körpergewichts berechnen lässt. Werden zu hohe Mengen von Vitamin D eingenommen, kann es negative Folgen für den Körper haben wie eine erhöhte Calciumkonzentration, die zu Herzrhythmusstörungen oder Nierensteinen führen kann. Symptome einer Überdosierung von Vitamin D können Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall und Kopf-und Gliederschmerzen sein.